Europa – Eine schwierige Liebeserklärung

Europa – ein großartiger Kontinent. Mein Zuhause. Es muss nicht immer die Ferne sein. Schon direkt vor der eigenen Haustür verbergen sich wunderbare Welten. Man braucht nur hinzuschauen. Deutschland ist schön. Europa ist schön.

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Ob Düsseldorf, Rom, Luzern, Salzburg, Heidelberg, Paris, Barcelona, St. Petersburg, London, Dublin, Sighișoara, Helsinki, Amsterdam, Budapest, Wien, Brügge, Venedig, Prag, Lissabon, Riga, Cork, Granada, Bratislava, Kopenhagen, Berlin, Ljubljana, Bath, Split, Athen, Grasse, Stockholm, Reykjavik, Istanbul, Hamburg, Saas Fee, Krakau, Estella, München, Florenz, Sarajevo und so weiter, und so weiter… Ich war längst nicht überall und ich habe sicherlich viele schöne Orte vergessen.

Allerdings schreibe ich diese Zeilen auch in einer schwierigen Zeit. Europa ist sich uneins über die Flüchtlingspolitik. “Wer ist drinnen, wer ist draußen”, fragt sich die Berliner Liedermacherin Dota Kehr in ihrem Song Grenzen und ich greife in diesem kleinen Text einige Wörter und Ideen von ihr auf.

Jeden Tag liest und hört man von ertrunkenen Flüchtlingen. Das Mittelmeer wird ein Massengrab. Und dazu entsteht ein übler Nationalismus; ein gefährlicher Versuch, sich abzugrenzen. Plötzlich werden alte Parolen wiederholt und als Wahrheit deklariert. Was ein Dummer ruft, rufen alle. Wer mit der Herde geht, folgt den Ärschen.

Vor was haben die Angst? Sind wir nicht alle gleich?

Ich kann die Sorgen und Unsicherheiten nachvollziehen. Aber ich denke auch, gemeinsam lässt sich vieles lösen.

Jahrtausende haben Menschen und Länder Kriege gegeneinander geführt, doch das sollte endlich reichen. Religion, Hautfarbe, Sprache – all das ist kein Grund für Mord und Totschlag. Für Gewalt und Ausgrenzung. Auf allen Seiten. Ich verstehe das nicht. Die Welt ist doch wundervoll. Genauso wie all die verschiedenen Kulturen. Warum wird das immer wieder zerstört? Wo bleibt der Respekt, die Würde, die Menschlichkeit? P1010394Warum gibt es keine Staatsunanghörigkeit?

Ungeachtet all der Problematik – Europa ist und bleibt schön. Natur, Städte, Geschichte, Kunst. Ich liebe Europa. Trotz alledem. Es sollte viel mehr Menschen an dieser Schönheit teilhaben lassen. Und vielleicht gibt es ja irgendwann einen Pass, in dem einfach nur Erdenbewohner steht. Das wäre doch mal echte Menschlichkeit.

 

Jeder Übergriff, jeder Schlag verletzt ein Menschenrecht.

Warum schützt man die Grenzen der Staaten so gut
und die Grenzen der Menschen so schlecht?

Sie müssen nicht zwischen den Ländern verlaufen,
aber zwischen den Menschen.
Nicht aus Stacheldraht sollen sie sein,
sondern aus Respekt.
Es gibt Grenzen.

Dota KehrSonne

2 Comment

  1. Ja, Europa ist sehr schön. Leider aber auch abseits der Flüchtlingsfrage auf keinem guten Weg. Putin, Lukaschenko, Erdoğan und Orbán, das griechisches Schuldenproblem, die Jugendarbeitslosigkeit in Frankreich, Spanien und Co. oder nehmen wir die Spinner von Pegida. Zu viele Dinge fallen mir noch ein, leider.

  2. T.Mueller says:

    Sehr geehrte Frau Pungs,

    in Ihrem Artikel „Randvoll mein Herz“ schreiben Sie wie schrecklich Sie es fanden, vier Wochen lang mit einem Kopftuch rumlaufen zu müssen.
    Und jetzt wollen Sie ungefragt und ungeprüft jeden nach Deutschland/Europa lassen, der Ihnen genau das vorschreiben möchte ?
    Außerdem bezeichnen Sie Kritiker der aktuellen Flüchtlingspolitik pauschal und stereotypisch als „nationalisten, parolenrufer“ etc.
    Wir sind mit viel Mühe unsere eigenen religiösen Spinner kaum losgeworden und statt mehr Freiheit zu erkämpfen, unterwerfen wir uns in falsch verstandener Toleranz für jede Menge intoleranz den nächsten Knechtern.
    Es muss übrigens keine Religion sein die Menschen zu knechten, es reicht auch schon eine Pseudoreligiön um die Menschen zu unterjochen.
    Ihre Erfahrungen im Iran, und Ihre Rezeption zeigen, dass Sie durchaus zu mehr fähig sind als die gängige Medienmeinung wiederzugeben.
    Ich hoffe ich konnte Sie zum Nachdenken anregen.

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